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Kinder sind die Zukunft der Region oder Stellen Sie sich einmal vor…

  • Sie wohnen in einer Region, in der kein vollwertiges Gymnasium als ein wichtiger Standortfaktor vorhanden ist
  • diese Region wird dadurch so unattraktiv, dass insbesondere junge Familien nicht mehr zuziehen und so schon die Schließung von Kindergärten vorprogrammiert sein könnte
  • Sie wissen als Unternehmer bereits jetzt, dass in ihrem Einzugsgebiet ein späterer Fachkräftemangel vorherrschen wird
  • Sie sind Händler und Ihre Stadt und deren Umgebung verliert wegen einer miesen sozialen Infrastruktur immer mehr Einwohner und somit auch die Kaufkraft derer
  • das vorhandene Gymnasium – welches noch bis zur 10. Klasse unterrichtet – wird von hiesigen Familien nicht mehr genutzt, da Eltern ihren Kindern keinen Schulwechsel ab der 11. Klasse zumuten wollen und dann lieber gleich auf andere Gymnasien ausweichen
  • das Schüler neben der Zeit für den Schulunterricht, dem Lernen zu Hause und den Hausaufgaben sowie Projekten noch bis zu zwei Stunden Zeit für den Schulweg aufbringen müssen (…da wird mal schnell eine 60-Stunden-Woche daraus)
  • der Notendurchschnitt Ihres Kindes verschlechtert sich wegen des längeren Schulwegs (Psychologieprofessor Ralf Rummer von der Uni Erfurt und die Kölner Schulforscherin Petra Herzmann stellten in einer Befragung fest: Je länger die Schülerinnen und Schüler unterwegs sind, desto schlechter sind ihre Noten in den Hauptfächern.)
  • alle ortsansässigen Vereine und die Feuerwehr verlieren ihre Mitglieder im Jugend- und Jungerwachsenenalter als personelle Grundlage für Erfolge und die Nachwuchsarbeit, weil Schüler mehr Zeit für den Schulweg aufbringen müssen
  • sie hatten einmal ein hochspezialisiertes Gymnasium als – im Freistaat Thüringen doch sehr rare – Europaschule mit europaorientiertem interkulturellen Bildungsprofil in Ihrer Region
  •  …

Um genau diese und andere Szenarien zu verhindern, wurde bereits am 08.12.2015 ein Aktionsbündnis für den vollständigen Erhalt des Meuselwitzer Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasiums gegründet, nachdem ein Treffen am 27.10.2015 zwischen ungefähr 70 Schülern, Lehrern und Elternvertretern des Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasiums Meuselwitz und der Landrätin, Frau Michaele Sojka (Die Linke) in Altenburg nicht die gewünschten Erfolge brachte. Die Niedergeschlagenheit der Meuselwitzer Gymnasiasten nach diesem Treffen wurde im Übrigen u. a. hier wiedergegeben:

http://www.seckendorffgym.de/index.php/component/content/article/14-infos/829-diskussion-zum-meuselwitzer-gymnasium

Das Aktionsbündnis besteht aus Vertretern der Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft des Gymnasiums, des Schulfördervereins, der Politik, der Stadt- und Gemeindeverwaltungen, der Schulen, der Industriebetriebe, der Gewerbetreibenden, der Vereine sowie privaten Unterstützern. Sie alle wollen gemeinsam dafür wirken, dass für die Kinder und Jugendlichen im nördlichen Teil des Landkreises Altenburger Land auch über das Jahr 2019 hinaus die gleichen Bildungschancen erhalten bleiben.
Am 14.04.2016 kam das Bündnis erneut zusammen. Es waren 21 Vertreter der vorbenannten Institutionen anwesend welche einen Maßnahmenkatalog zur weiteren Vorgehensweise bestimmte. Der Lenkungsausschuss als Führungsgremium des Bündnisses besteht nunmehr nach Vorschlag aus dem Aktionsbündnis aus:

Udo Pick (Bürgermeister Stadt Meuselwitz)
Vico Köhler (SKD Sakura Meuselwitz e. V.)
Christopher Köhler (Junge Union – CDU)
Anke Kanz (Förderverein)
Charly Schindler (Schülersprecher)
Maria Illichmann (Koordinatorin Schule-Aktionsbündnis).

Nach der Zusammenkunft des Bündnisses tagte der „junge“ Lenkungsausschuss gleich noch am Tag seiner Wahl konsolidierend bis in die späten Abendstunden und setzte sich mit dem nun vorhandenen Maßnahmenkatalog als Auftrag für das Bündnis auseinander. Auch wurden zum Zwecke der Problemlösung weiterführende Überlegungen zur eventuell vorhandenen Motivation der Landrätin Sojka angestellt, eine massive Schwächung der Nordregion zu riskieren, insbesondere unter dem Aspekt, dass die aktuelle Schulnetzplanung in ihren Prognosen steigende Schülerzahlen beinhaltet. Demnach werden in den nächsten Jahren nämlich jährlich mehr als 400 Schüler am Meuselwitzer Gymnasium lernen… – nur nicht, wenn man bereits im Vorfeld die Standortattraktivität beschädigt.

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